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Wie wähle ich die richtige Übung aus?

By 8. Oktober 2018 Blog

Wie wähle ich die richtige Übung aus?

Grundsätzlich gibt es keinen linearen Bezug zwischen einer „Krankheit“ und einer dazu passenden Übung in dem Sinne, dass z.B. die Nierenübung Nierenerkrankungen heilt, oder die Schilddrüsenübung einer Struma entgegenwirkt. Vielmehr ist der Organismus ein lebendiges Netzwerk von sich gegenseitig beeinflussenden Faktoren. Diese Sichtweise findet sich in der chinesischen Medizin im Transformationszyklus der Elemente und in der 5 Körperlehre des Tantra Yogas. Auch in der westlichen Schulmedizin ist es inzwischen üblich bei Depressionen sowohl die Körperchemie zu beeinflussen, als auch die Psyche zu therapieren. Bei Bluthochdruck werden z.B. Stressfaktoren und der Lebensstil in die Therapie mit einbezogen.

woodstocking® fördert in diesem Netzwerk von sich gegenseitig beeinflussenden Faktoren zunächst die Selbstwahrnehmung. Damit wird es dem Übenden möglich, einen Fokus zu entwickeln. Dies geschieht in der Reihenfolge, die der Organismus vorgibt und eben nicht in der Reihenfolge die der Verstand allein entscheidet.

Ein Beispiel:

Mein Problem ist ein juckendes Hautekzem. Anhand des Emotionstagebuchs, welches in der Video Community abgelegt ist, finde ich eine Emotion, bei der ich mich spontan unwohl fühle, und ein Thema, das mich berührt. In unserem Beispiel bemerke ich Resonanz beim Lesen der Worte: „Ich fühle mich traurig“. Ich habe das Gefühl, dass ich mich ständig unterordnen muss. „Ich fühle mich unterworfen“. Wenn ich diesen Gefühlen Raum gebe, muss mein Verstand einen Schritt zurückweichen. Somit wird der Weg frei für eine ganzheitliche Herangehensweise an das Problem. Ich habe dann die Übung 09, die Lungenübung ausgewählt.

Beim Trainieren der zu der Emotion passenden Lungenübung bemerke ich punktuelle, ausstrahlende Rückenschmerzen, die von einem verschobenen Rückenwirbel ausgehen. Ich wende mich in der Übung liebevoll meinem Körper zu und dabei erreichen mich Signale meiner Körperintelligenz die mir vermitteln, dass ich viel zu sehr versucht habe es am Arbeitsplatz und in der Familie allen recht zu machen und mein Körper sich unter dieser Last sozusagen verbogen hat.

Durch das Training achte ich viel mehr auf meine Körperhaltung und halte mich grader, was meinem Rücken gut tut. Ein wesentlicher Impuls geht auch von der Erkenntnis aus, dass ich zwar geistig und körperlich flexibel bin, aber dass es dafür gesunde Grenzen gibt und ich die Wahl habe, wie ich mit meiner Flexibilität umgehe.

Nach einigen Wochen stetigen Übens verändert sich meine innere Haltung im Umgang mit den Kollegen und den Familienmitgliedern und ich schaffe es, endlich für mich selbst einzustehen und mich nicht weg zu ducken, um nur ja keine Disharmonien zu erzeugen.

Auch meine äußere Haltung hat sich verändert und ich bemerke, dass die Rückenschmerzen zurückgehen. In der Endphase der Organübung schwirrt mir nun nicht mehr der Kopf und ich kann ruhig und friedlich den Sätzen lauschen. Mein Organismus nutzt die neu gewonnene Lebensenergie, um sein Immunsystem anzukurbeln und ganz nebenbei verschwindet mein juckendes Hautekzem.

Emotion passt zu Meridian

In der chinesischen Medizin gehört der Lungenmeridian zum Element Metall und steht für das Immunsystem und die Haut. In unserem Beispiel passte die gefundene Emotion zu dem Meridian, der heilende Energien zur Haut leitet. Manchmal ist die Beziehung zwischen körperlichem Problem und Meridian allerdings nicht so direkt. Dann müssen zuerst noch andere Themen gelöst und Erkenntnisse gewonnen werden, bevor sich das Symptom verabschieden kann.

Lieben Gruß

Bettina

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